Sie haben Ihr Unternehmen aufgebaut, Entscheidungen getroffen und Verantwortung übernommen. Vielleicht beschäftigen Sie heute zehn, dreißig oder fünfzig Menschen. Es gibt Kunden, Aufträge und Mitarbeiter, die sich auf Sie verlassen. Darauf dürfen Sie stolz sein.
Und trotzdem gibt es möglicherweise diesen Gedanken: Eigentlich müsste sich mein Leben inzwischen freier anfühlen.
Stattdessen sind Sie erreichbar, beantworten Fragen und halten Dinge zusammen. Selbst wenn Sie längst zu Hause sind, arbeitet der Kopf weiter. Was wurde erledigt? Wo muss ich morgen nachfassen? Was passiert, wenn ich einmal nicht sofort antworte?
Diese Woche möchte ich mit Ihnen über fünf Fragen sprechen, die genau dort ansetzen. Mich interessiert, welche davon Ihren Alltag wirklich trifft.
Zwei Wochen Urlaub: Wie frei wären Sie wirklich?
Stellen Sie sich vor, Sie fahren für zwei Wochen weg. Sie frühstücken in Ruhe, unternehmen etwas mit Ihrer Familie und lassen das Telefon im Zimmer.
Ein schöner Gedanke. Aber wäre das für Sie möglich?
Vielleicht läuft Ihr Unternehmen während Ihrer Abwesenheit ordentlich weiter. Vielleicht wissen Sie aber auch schon, welche Rückfragen spätestens am zweiten Tag kommen würden. Und dann wird aus dem Urlaub ein anderer Arbeitsplatz mit schönerer Aussicht.
Am Montag geht es deshalb um die Frage: „Kann ich zwei Wochen im Urlaub verschwinden, ohne dass der Laden zusammenbricht?“
Dahinter steckt der Wunsch, sich auf den eigenen Betrieb verlassen zu können. Und die Freiheit, an einem anderen Ort auch gedanklich anzukommen.
Dreißig Mitarbeiter: Warum entscheide ich trotzdem alles?
„Können Sie bitte kurz entscheiden?“ Dieser Satz klingt harmlos. Bis er zum zwanzigsten Mal am Tag fällt.
Es geht um eine Reklamation, eine Bestellung, eine Terminverschiebung. Jede einzelne Frage erscheint nachvollziehbar. Zusammengenommen bestimmen sie Ihren Arbeitstag.
Vielleicht fragen Sie sich: „Warum muss ich alles alleine entscheiden, obwohl ich 30 Mitarbeiter bezahle?“
Genau darüber sprechen wir am Dienstag. Welche Entscheidungen brauchen tatsächlich Ihre Erfahrung? Und bei welchen fehlt bisher eine klare Vereinbarung darüber, wer entscheiden darf?
Mitarbeiter brauchen Orientierung. Unternehmer brauchen Menschen, denen sie Verantwortung anvertrauen können. Beides gehört zusammen.
Morgen ausfallen: Was würde dann passieren?
Es muss kein dramatisches Ereignis sein. Manchmal reicht eine Erkrankung, ein familiärer Notfall oder eine Situation, die Ihre ganze Aufmerksamkeit braucht.
Könnten Sie sich dann zurückziehen? Wüsste jemand, was zu tun ist? Wer hätte Zugriff auf die notwendigen Informationen? Wer könnte verbindlich entscheiden?
Am Mittwoch stellen wir die Frage: „Was passiert mit meiner Firma, wenn ich morgen ausfalle?“
Diese Frage kann unbequem sein. Sie eröffnet aber auch einen hilfreichen Blick auf den Betrieb: Wo ist bereits gut vorgesorgt? Und wo hängt noch zu viel an Ihrer persönlichen Anwesenheit?
Vorsorge schafft Sicherheit. Für Ihre Mitarbeiter, für Ihre Familie und für Sie selbst.
Welche Aufgaben gehören eigentlich noch zu mir?
Manche Aufgaben erledigen Sie vielleicht seit Jahren selbst. Weil Sie es schnell können. Weil Sie die Vorgeschichte kennen. Oder weil es bisher einfacher erschien, es eben selbst zu machen.
Nur: Auch zehn Minuten bleiben zehn Minuten. Wenn dieselbe Aufgabe täglich wiederkommt, beansprucht sie dauerhaft einen Teil Ihres Lebens.
Am Donnerstag fragen wir deshalb: „Welche meiner täglichen Aufgaben müsste ich eigentlich längst nicht mehr machen?“
Vielleicht fällt Ihnen sofort etwas ein. Eine Kontrolle, eine Rückfrage, eine Routine. Etwas, das Sie zuverlässig beherrschen und trotzdem gern abgeben würden.
Dieser Gedanke verdient Aufmerksamkeit. Er kann zeigen, wo eine Veränderung im Alltag beginnen könnte.
Wie lange soll mein Privatleben noch warten?
Wenn dieser Auftrag abgeschlossen ist. Wenn die neue Mitarbeiterin eingearbeitet ist. Wenn die nächste stressige Phase vorbei ist.
Dann wird es ruhiger.
Kennen Sie solche Sätze? Manchmal verschiebt sich das versprochene „Dann“ immer weiter. Währenddessen vergehen Wochen, Monate und Jahre.
Am Freitag sprechen wir über die persönlichste Frage dieser Woche: „Wie viele Jahre meines Privatlebens werde ich noch für meinen Betrieb opfern?“
Die Antwort gehört Ihnen. Es geht um Ihre Vorstellungen von einem guten Leben: Beziehungen, Gesundheit, Musik, Reisen oder einfach einen freien Nachmittag ohne schlechtes Gewissen.
Born to be free: Was bedeutet das für Sie?
Für mich gehört zu unternehmerischem Erfolg, dass Ihr Unternehmen Ihnen Raum zum Leben lässt. Verantwortung und Freiheit müssen miteinander vereinbar werden.
Deshalb möchte ich diese Woche zuhören. An jedem Werktag greife ich eine dieser fünf Fragen auf Facebook und LinkedIn einzeln auf.
Sie müssen dafür keine internen Probleme öffentlich erklären. Schon eine kurze Rückmeldung hilft mir zu verstehen, welche Themen Sie bewegen. Wenn Sie möchten, erzählen Sie zusätzlich, welche Situation Sie dabei vor Augen haben.
Ist das für Sie ein Thema, das Sie bewegt? Dann schreiben Sie „Thema“ in die Kommentare.
Love, Peace, Rock n Roll
TK
